Innenpolitik

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Tansania ist eine Föderative Präsidialrepublik. Die Politik wird durch ein demokratisches Mehrparteiensystem unter Staatspräsident Jakaya Halfan Mrisho Kikwete und der Regierungspartei „Chama Cha Mapinduzi“ (CCM) bestimmt. Kikwete – als Präsident Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte – wurde 2005 für 5 Jahre gewählt. Dem ebenfalls 2005 gewählten Parlament gehören 323 Mitglieder an.

Die programmatischen Unterschiede der fünf politischen Parteien sind nicht sehr markant. Die Oppositionsparteien verfügen über kaum nennenswerte Strukturen außerhalb der wenigen Hochburgen. Die alte Einheitspartei ist dagegen aus dem für sie zunächst ungewohnten Wettbewerb sogar noch gestärkt hervorgegangen und besetzt heute ca. 80 % der Sitze in der Nationalversammlung.

Präsident Kikwete verfolgt eine marktwirtschaftliche Reformpolitik mit dem Ziel, die landwirtschaftliche Produktivität zu erhöhen, die Privatwirtschaft zu stärken, den Regierungs- und Verwaltungsapparat effizienter und verlässlicher zu gestalten und das Land für ausländische Direktinvestitionen attraktiv zu machen.

Erst 1986 begann das Land, sich auf marktwirtschaftliche Verhältnisse umzuorientieren. Ähnlich wie in anderen ehemals sozialistischen Staaten beginnt auch in Tansania ein Umdenken nach einer langen Periode staatlicher Lenkung, die dämpfend auf Eigeninitiative und Arbeitseinstellung ausgewirkt hat.



Internationale Beziehungen

Tansania unterhält gute Beziehungen zu seinen acht Nachbarn. Vor allem die “East African Community” (EAC), der neben Tansania Kenia, Uganda, Ruanda und Burundi angehören, ist von Bedeutung. Eine Zollunion der EAC ist seit Anfang 2005 in Kraft, eine Wirtschaftsunion wird für 2010 angestrebt.

Tansania genießt inner- und außerhalb Afrikas einen guten Ruf als 'Hort des Friedens'. Die deutsch-tansanischen Beziehungen gelten als weitgehend problemfrei und freundschaftlich.

Das Land ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und der WTO, daneben aber auch in weiteren Organisationen vertreten.



Wirtschaftssektoren

Die tansanische Gesamtwirtschaft hängt zum größten Teil von der Leistung des Agrarsektors ab, der gut 46 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Mehr als 75% der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig.

Es wird vorwiegend Subsistenzwirtschaft betrieben, wobei insbesondere Maniok, Mais, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte und Bananen, aber auch Zuckerrohr und Gemüse angebaut werden. Wichtige Exportgüter sind Kaffee, Baumwolle, Sisal, Tabak und Tee, vor allem aber Kautschuk und Gewürznelken. Neben der Fischerei und Viehhaltung für den Eigenbedarf liefert die Holzwirtschaft Mahagoni, Eben- und Sandelholz.

Die Aussichten für die landwirtschaftliche Exportproduktion sind zwar grundsätzlich gut, jedoch werden nach wie vor in der Hauptsache Rohprodukte exportiert. Die Veredelung (und damit die höhere Gewinnspanne) wird mangels Kapital, Kapazitäten und ausgebildeten Fachkräften anderen Ländern überlassen. Für Tansania neue Exportprodukte wie Schnittblumen, Gemüse, Obst und Biodiesel gewinnen an Bedeutung.
Dringend geboten ist demzufolge die Diversifizierung der Exportpalette und der Devisenquellen. Vor diesem Hintergrund ist die Zunahme von Devisenerlösen aus dem Tourismus, für den insbesondere der Kilimanjaro und die Nationalparks von Bedeutung sind, positiv zu bewerten. Der Anteil des Tourismussektors am Exporterlös beträgt 30%.

Die Industrie in Tansania ist geringfügig und beschränkt sich auf Nahrungsmittelindustrie und Erdöl-Raffinerien. Der Anteil der Industrieproduktion am BIP liegt bei rund 17 Prozent. Der Anteil des Dienstleistungssektors liegt bei ausbaufähigen 37 Prozent.

Bodenschätze wie Steinkohle, Eisenerz, Gips, Phosphat können aufgrund der schwach entwickelten Infrastruktur kaum abgebaut werden. Gewonnen wird in kleinen Mengen Gold, Zinn und Salz, doch nur die Diamantenförderung ist von Bedeutung. Haupthandelspartner Tansanias sind Südafrika, Deutschland, Japan, China und die USA.



Internationale Finanzhilfen

In Tansania ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung sehr gering, sodass das Land teilweise von der öffentlichen Entwicklungshilfe abhängig ist. Diese lag im Jahr 2005 bei 40,- USD pro Kopf der Bevölkerung. 15 Prozent des tansanischen Staatshaushaltes werden von multinationalen Gebern und Nicht-Regierungsorganisationen als direkte Budgethilfe zur Verfügung gestellt.
Angesichts der Armut Tansanias hat die Weltbank 2001 daher einen umfangreichen Schuldenerlass gewährt. Trotzdem lag die Auslandsverschuldung des Landes 2007 noch bei 23% des BIP.



Wirtschaftsentwicklung

Die makroökonomische Lage ist vergleichsweise gut. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag in den letzten Jahren bei durchschnittlich rund real 6-7 Prozent mit leicht steigender Tendenz. Bei einem Bevölkerungswachstum von knapp 2,6 Prozent reichen die bisherigen Wachstumsraten kurzfristig für eine Armutsminderung nicht aus. Der Regierung ist es gelungen, die Inflationsrate, die 1996 noch 21% betrug, auf nur noch 7 Prozent im Jahr 2007 zu drücken.



Investitionen

Das Investitionsklima bleibt durchwachsen. Tansania steht aber sicherlich nicht schlechter, sondern in vielerlei Hinsicht besser da als andere afrikanische Staaten und arbeitet an einer weiteren Verbesserung der Rah¬menbedingungen. Die im afrikanischen Vergleich bemerkenswerte politische, gesellschaftliche, institutionelle und monetäre Stabilität des Landes stellt einen nicht zu unterschätzenden Vorteil dar.






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Wussten Sie schon...

…dass Sie bei einer Reise nach Tansania die Uhr nur um eine Stunde vorstellen müssen?



…dass es in Tansania einen guten Eindruck macht, wenn man ein paar Worte Swahili beherrscht?



…dass der gigantische Ngorongoro-Krater zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört?



…dass Tansanias innenpolitische Stabilität nicht zuletzt auf der großen Bevölkerungsdiversität beruht?



…dass Ethiopian Airlines Mitglied im Miles&More-Programm ist?